Mit der Gründung erhielt die Freiwillige Feuerwehr Groß Mackenstedt auch ihre Spritze, eine so genannte Wagenspritze.

Bei vielen Wehren fingen hiermit jedoch die Schwierigkeiten schon an. Denn es musste eine möglichst zentrale Unterstellmöglichkeit und ein Pferdegespann gefunden werden. Es ist verständlich, dass eine Feuerwehr nur dann wirkungsvoll eingreifen konnte, wenn das Gespann nicht erst über weite Strecken zur Spritze herangeführt werden musste. In mehreren Gemeinden gab es manches Gerangel um den Standort der Spritze. Viele Einwohner wollten die Spritze gerne in ihrer Nähe stationiert wissen, aber ebenso viele waren auch nicht bereit, freiwillig ein Pferdegespann zur Verfügung zu stellen.

Aus heutiger Sicht fand man damals in Groß Mackenstedt wohl die Ideallösung. Das wiederum ist aber, wie wir es sehen, der Verdienst eines Mannes, des Mitbegründers der hiesigen Wehr, des Vollmeiers Heinrich Cohrßen, Groß Mackenstedt (später: Lennartz / Hoberg, Harpstedter Str.).

Er stellte einen Anbau seiner Scheune zum Unterstellen der Spritze zur Verfügung, war stets Tag und Nacht einsatzbereit und spannte bei jedem Einsatz sofort seine Pferde vor die Wagenspritze. Bei jedem Ertönen des Feuerhornes ging es dann in vollem Galopp zur Brandstelle. So konnte er manche Prämie in den Nachbargemeinden kassieren, denn es war üblich, dass die auswärtige Spritze eine Prämie bekam, die den ersten Wasserstrahl abgab. Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass die Groß Mackenstedter Wehr in einigen Zeitungsberichten als „Prämienjäger“ betitelt wurde.

Kameraden von Heinrich Cohrßen, die diesen „Draufgänger“ noch in voller Aktion kennengelernt haben, berichteten, dass keiner auf der Wagenspritze mitfahren wollte, da er in halsbrecherischem Galopp über Straßen und Wege raste. Sie fuhren lieber mit dem Fahrrad zur Brandstelle. Es wurde lobend erwähnt, dass seine Einsatzfreudigkeit ein Garant für das Bestehen der Wehr war.