Das neue Feuerwehrhaus wurde 1978 fertig gestellt und am 27.11.1978 in einem Festakt durch den Landrat zur Mühlen an die Freiwillige Feuerwehr Groß Mackenstedt übergeben.
Die im Jahre 1974 eingeleitete Gemeinde- und Gebietsreform wurde 1978 mit der Auflösung des bisherigen Kreises Grafschaft Hoya (Kreisreform) abgeschlossen. Letztmalig traf man sich am 11. Juni 1978 in Syke zu einem Kreisfeuerwehrtag der Feuerwehren des alten Kreises.
Hierzu aus einem Artikel der Kreiszeitung Syke vom 12.06.1978:
„Zum letzten Mal (bedingt durch die Kreisreform) kamen die Blauröcke des alten Landkreises Grafschaft Hoya zu einem Kreisfeuerwehrverbandsfest zusammen. Und manch einem der sonst so mutigen und einsatzfreudigen Feuerwehrmänner – ob jung oder alt – war es nach Schluss der Feierlichkeiten gegen 16 Uhr etwas wehmütig ums Herz: der Kreisfeuerwehrverband Grafschaft Hoya wurde mit einem Sarg und einem Kranz symbolisch zu Grabe getragen. Das Fest stand unter Leitung von Kreisbrandmeister Fritz Meyer aus Wienbergen.“
Anlässlich dieses Kreisfeuerwehrtages wurde dem Gemeindebrandmeister und Mitgleid der Ortsfeuerwehr Groß Mackenstedt Günter Hägedorn das Feuerwehrehrenkreuz in Gold verliehen.
Das Jahr 1979 begann für die Feuerwehren mit einem aussergewöhnlichen mehrtägigen Einsatz. Vom 14. – 17.02 wurde der Schneenotstand ausgerufen. In der Gemeinde Stuhr wurde auch die Bundeswehr eingesetzt. Es herrschte Chaos auf den Straßen. Die Autofahrer waren eingeschlossen und mussten auf dem Autohof in Groß Mackenstedt vom Deutschen Roten Kreuz verpflegt werden, da die Versorgung durch die Gaststätte zusammengebrochen war. Die Temperaturen waren so drastisch gesunken, dass bei einem Einsatz in Brinkum (Wohnhausbrand) das Wasser in den Feuerwehrschläuchen gefror.
Im Jahre 1979 wurde ein neues Tanklöschfahrzeug TLF 16/25 (Mercedes Benz) angeschafft, da das bisherige gebraucht gekaufte Fahrzeug nicht mehr den Anforderungen entsprach.
Das Jahr 1980 war durch sehr viele Einsätze geprägt. Unsere Ortswehr wurde zu 55 Einsätzen gerufen. Erwähnenswert ist hier der Freitod eines PKW-Fahrers, der mit seinem Fahrzeug in die Hauswand des hiesigen Kaufhauses Otto Meyer fuhr.
Das Löschgruppenfahrzeug LF 8 (Opel Blitz), das nunmehr 26 Jahre seinen Dienst getan hatte, wurde am 12.12.1981 durch ein neues LF 8 (Magirus) ersetzt.
Einen gefährlichen Einsatz hatte unsere Wehr im Mai 1981 zu bestehen, als ein Wohnhaus am Roggenweg (Siedlung Harpstedter Str.) brannte. Unter Einsatz von schwerem Atemschutz wurde diese Aufgabe bewältigt.
Am 3. Mai 1982 wurde die Feuerwehr zu einem Werkstattbrand bei der Firma Finkmann im 3-K-Weg gerufen. Bei Schweissarbeiten an einem PKW war dieser in Brand geraten und hatte die Werkstatt in Brand gesetzt. Kurz vor dem Eintreffen der Feuerwehr explodierte eine in der Halle befindliche Gasflasche und durchschlug die Werkstattür. Das angrenzende Wohnhaus und das Farbenlager konnten dank des schnellen Einsatzes gerettet werden. Die explodierte Gasflasche steht als Anschauungsobjekt in der Eingangshalle unseres Feuerwehrhauses Groß Mackenstedts.
Einen der größten Einsätze hatte unsere Wehr am 2. Juli 1983 auf der Autobahn zwischen Groß Mackenstedt und Groß Ippener zu bestehen. Auf einem Feld war beim Strohpressen die Presse heissgelaufen, hatte Feuer gefangen und das Stoppelfeld in Brand gesetzt. Der Rauch des Feuers zog in dichten Schwaden über die Autobahn. Ein PKW-Fahrer bremste sein Fahrzeug ab. Ein zweites Fahrzeug fuhr auf. Diese wurden von einem LKW zusammen geschoben und begruben 5 Menschen unter sich. Die Fahrzeuge fingen Feuer. In diesen Unfall wurden noch 14 weitere PKW verwickelt. Neun Fahrzeuge brannten völlig aus. Es gab fünf Tote, zehn Schwer- und drei Leichtverletzte. Die Feuerwehren der Gemeinde Stuhr waren mit 19 Fahrzeugen im Einsatz; 16 Polizeifahrzeuge, 2 Rettungshubschrauber und mehrere Rettungsfahrzeuge waren ebenfalls an der Einsatzstelle. Bei diesem Einsatz haben sich besonders die Wasserwerfer auf den Tanklöschfahrzeugen bewährt. Die Hitzeentwicklung war derart stark, dass die Brandbekämpfung fast nur aus einer großen Entfernung möglich war.
In der Kreiszeitung war als Überschrift zu diesem Einsatz zu lesen:
„Die Autobahn glich einem Schlachtfeld“.
Am 01.04.1984 wurde Günter Hägedorn zum 1. stellv. Kreisbrandmeister und Abschnittsleiter Nord ernannt. Sein Nachfolger als Gemeindebrandmeister in Stuhr wurde Rudolf Dahnken aus Heiligenrode.
In Groß Mackenstedt wurde Werner Kalusche 1985 neuer stellv. Ortsbrandmeister. Er löste Fritz Rohde ab, der vorzeitig zurückgetreten war.

Zu welchen unterschiedlichen Einsätzen die Ortsfeuerwehr gerufen wurde, zeigen folgende Begebenheiten:
Ein dänischer Tanklastzugfahrer, der lebende Forellen transportierte, benötigte dringend Frischwasser, da ihm schon mehrere Forellen verendet waren. Dem Mann und den Forellen konnte geholfen werden. Das Wasser wurde von der Ortsfeuerwehr Groß Mackenstedt Wehr vollständig ausgetauscht (1985).
Auf der Silberstern-Ranch in Siek war ein Pferd in eine Jauchegrube eingebrochen. Beim Eintreffen der Feuerwehr stand das Pferd bis zum Hals in der Jauche. Es konnte in einem dreistündigem Einsatz mittels Flaschenzug gerettet werden (1986).
Das bislang in unserem Feuerwehrhaus stationierte Funkkommandofahrzeug der Technischen Einsatzleitung des Landkreises wurde nach Fertigstellung des Stuhrer Feuerwehrhauses 1986 in die Schwerpunktfeuerwehr Stuhr überführt. Nun fehlte bei in Groß Mackenstedt ein Fahrzeug, um die Mannschaft zu den Einsätzen transportieren zu können. Auf Beschluss der Versammlung wurde aus der Kameradschaftskasse ein gebrauchter VW-Bus gekauft und in Eigenleistung zu einem Mannschaftstransportwagen (MTW) umgebaut. Dieses Fahrzeug wurde bis ins Jahr 2001 für Einsätze und für die Jugendfeuerwehr genutzt.
Der Mannschaftstransportwagen (1986 – 2001)
Eine seltene und in der Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Groß Mackenstedt bisher einmalige Ehrung kam unserem Kameraden, dem ehemaligen stellv. Gemeindebrandmeister Otto Meyer sen. zuteil. Für 60 Jahre Feuerwehrmitgliedschaft wurde ihm im Januar 1987 von Gemeindedirektor Hermann Rendigs ein Wandteller überreicht.
Eine willkommene Abwechslung im Feuerwehralltag bot sich den Kameraden 1987 beim Besuch der Fernsehsendung „Rudi’s Tagesshow“ (mit Rudi Carrel) bei Radio Bremen.
Erstmalig wurde auf dem Gebiet der Gemeinde Stuhr vom 27. Juni bis 05. Juli 1987 das Zeltlager der Jugendfeuerwehren des Landkreises Diepholz durchgeführt. Mehr als 1.000 Jugendliche verbrachten 8 Tage auf dem Gelände „Gut Varrel“ bei Spiel und sportlichen Wettbewerben. Anlass der Bewerbung für das Zeltlager war das 25jährige Bestehen der Jugendfeuerwehr Stuhr. Die aktiven Feuerwehrkameraden und deren Frauen aus allen sechs Stuhrer Feuerwehren haben gemeinsam das Zeltlager zu einem großen Erfolg werden lassen.
1989 hatte die Ortsfeuerwehr Groß Mackenstedt ungebetene Gäste – im Feuerwehrgerätehaus wurde eingebrochen. Ein Brennschneidgerät und Funkgeräte kamen abhanden.
Am 29.03.1990 wurde Günter Hägedorn, der neben Mitglied in der Ortsfeuerwehr Groß Mackenstedt der stellv. Kreisbrandmeister des Landkreises Diepholz und Abschnittsleiter Nord war, von der Gemeinde Stuhr zum Ehrenbrandmeister ernannt. Am 01.04.1990 legte er diese Ämter wegen Erreichen der Altersgrenze nieder.
Im März 1991 wurde der Groß Mackenstedter Ortsbrandmeister Arnold Meyer gleichzeitig zum stellv. Gemeindebrandmeister ernannt.
Das Jahr 1992 war durch außergewöhnlich viele Einsätze geprägt.
Auch 1993 waren wieder spektakuläre Einsätze mit insgesamt 9 Todesopfern zu vermelden. So brannte am „Heiligen Abend“ das Hotel „Delme Tor“ (jetzt A1 – Hotel). Die Ehefrau des Besitzers konnte über Steckleitern in Sicherheit gebracht werden. Als Ursache stellte sich Brandstiftung heraus.
Am 22.01.93 gab Arnold Meyer (auch stellv. Gemeindebrandmeister) seine Funktion als Ortsbrandmeister ab. Sein Nachfolger wurde Alfred Meyer.
Der bisherige Rüstwagen RW 1 wurde im Jahre 1994 durch ein neues Fahrzeug RW 2 (Mercedes Benz) ersetzt. Das erhöhte Unfallaufkommen im Bereich der Feuerwehr Groß Mackenstedt machte die Beschaffung eines größeren Fahrzeuges erforderlich. Die Einsatzfähigkeit konnte durch diese moderne Ausrüstung wesentlich erhöht werden.
1994 nahmen die aktiven Mitglieder mit ihren Kindern beim „Ikea-Sofa-Wettbewerb“ teil. Hierbei mussten möglichst viele Personen möglichst viel Gewicht auf einem Sofa platzieren. Die Ortsfeuerwehr Groß Mackenstedt gewann den Wettbewerb mit 23 Personen beziehungsweise 2430 Kilogramm.
Im Jahr 1995 begann die Ortsfeuerwehr Groß Mackenstedt mit dem jährlichen Abbrennen eines Osterfeuers mit der Bevölkerung
Am 06.10.1995 ereignete sich am Steller Bahnhof ein folgenschwerer Unfall. Eine PKW-Fahrerin hatte die Warnsignale des Zuges der Delmenhorst-Harpstedter Eisenbahn überhört und prallte mit der Lok zusammen.
Alfred Meyer, der Ortsbrandmeister in Groß Mackenstedt, löste am 08.03.1996 den bisherigen Gemeindebrandmeister Rudolf Dahnken (aus Heiligenrode) ab. Zum Nachfolger von Alfred Meyer als Ortsbrandmeister wurde Otto Meyer gewählt.
Das erhöhte Verkehrsaufkommen auf der BAB 1 und den Bundesstrassen B 322, B 6 und B 51 in unserem Einsatzgebiet spiegelt sich inzwischen drastisch in den Einsätzen wieder. Täglich befahren über 90.000 Fahrzeuge die Autobahn und 40.000 die Bundesstrassen. Während in den achtziger Jahren noch durchschnittlich 30 – 40 Einsätze pro Jahr zu verzeichnen waren, stiegen sie ab Mitte der neunziger Jahre auf circa 70 – 90 Einsätze.
Die Belastung der Kameraden durch die enorm gestiegenen Einsätze hat auch eine Kehrseite. Es ist wichtig, die Pflege von Kameradschaft, Tradition und Brauchtum zu erhalten. Um dies zu gewährleisten, wurde am 01.10.1997 der Verein „Freunde und Förderer der Ortsfeuerwehr Groß Mackenstedt e.V.“ gegründet. 1997 wurde Jessica Meyer, Tochter des Gemeindebrandmeisters Alfred Meyer, als erste Feuerwehrfrau aus der Jugendfeuerwehr Stuhr in die Ortsfeuerwehr Groß Mackenstedt übernommen wurde.
Im Jahr 1998 ist von einem besonders spektakulären Einsatz zu berichten. Nach tagelangen Regenfällen trat am 30.10. der Klosterbach in Blocken über die Ufer. Die Feuerwehren fast des gesamten Landkreises Diepholz sowie THW und DRK waren tagelang im Dauereinsatz.
Die Dramatik wird durch folgende Schlagzeilen in der Presse widergespiegelt:
„Stuhrer Deiche brachen“
„Feuerwehren im Dauereinsatz“
„Strassen knietief unter Wasser“
„40 000 Liter pro Minute in die Wiesen gepumpt“
Der Klosterbach war an einigen Stellen 150m breit. Zum Schutz der Bevölkerung wurden über 20.000 Sandsäcke verbaut. 500 Einwohner der Gemeinde Stuhr waren direkt betroffen.
Vom 21. – 24. Mai 1998 fand auf dem Gelände des Reiterhofes Steller See bei und in der Reithalle das 25. „Volksfest am Steller See“ statt. Das 4-Tage-Fest, das Programm für Jung und Alt bot, hatte sich inzwischen zu einem Traditionsfest entwickelt und lockte viel Publikum auch aus den umliegenden Gemeinden an.

Am 17.10.2000 wurde Arnold Meyer, stellv. Gemeindebrandmeister und Mitglied der Ortsfeuerwehr Groß Mackenstedt, wegen Erreichen der Altersgrenze verabschiedet und zum Ehrenbrandmeister ernannt. Zu seinem Abschied gestaltete ihm die Ortsfeuerwehr Groß Mackenstedt eigens einen letzten Einsatz – eine Übung in der Proppstraße.
Sein Nachfolger als stellv. Gemeindebrandmeister wurde Werner Heinken aus Stuhr.
Ein Problem im Gerätehaus Groß Mackenstedt war im Jahre 2000 das Wasser. Nicht nur das es durch das undichte Dach reinregnete, nun suchte sich das Wasser auch von unten seinen Weg durch die Mauern. Eine Spezialfirma fand den Rohrbruch, das war wohl das kleinste Problem. Schwieriger gestaltete sich die Trockenlegung der Sozialräume, in denen wochenlang Spezialgebläse die schimmeligen durchnässten Wände und Böden trockneten.
Der langjährige Gemeindedirektor der Gemeinde Stuhr Hermann Rendigs wurde ebenfalls in den Ruhestand verabschiedet und von den Stuhrer Feuerwehren zum „Ehrenbrenndirektor“ ernannt.
Die Jugendfeuerwehr der Gemeinde Stuhr, die bisher gemeinsam aktiv war, wurden im Jahre 2000 in 3 Gruppen aufgeteilt. In unserem Bereich wurde die Jugendfeuerwehr Groß Mackenstedt / Heiligenrode mit 34 Mitgliedern gegründet.
Bei 86 Einsätzen wurde unsere Wehr im Jahr 2000 besonders hart gefordert – die bislang höchste Einsatzzahl seit der Gründung 1902.
Im Jahre 2001 trat Werner Kalusche als stellv. Ortsbrandmeister zurück. Zu seinem Nachfolger wurde sein Sohn Michael Kalusche gewählt.
Der Alterskamerad, Ehrenbrandmeister Günter Hägedorn, wurde am 26.10.2001 zum Kreiskameradschaftsältesten des Kameradschaftsbundes des Landkreises Diepholz gewählt.
Die Dachsanierung des Feuerwehrgerätehauses der Ortsfeuerwehr Groß Mackenstedt wurde im Sommer 2001 durchgeführt – nun war das Gerätehaus endgültig vom Wasserproblem befreit.

Ende 2001 begannen Gespräche mit der Gemeinde, den inzwischen bei vielen Einsätzen und (Jugendfeuerwehr-) Diensten hart geforderten Mannschaftstransportwagen (VW-Bus) zu ersetzten. Er war in den letzten Jahren immerhin das Feuerwehrfahrzeug in der Gemeinde Stuhr, das am meisten Kilometer gefahren hatte. Insbesondere bei den vielen langwierigen Einsätzen auf der Autobahn ist dieses Fahrzeug nicht mehr wegzudenken.

