Heiligenrode – Es gibt Werte, die sich nicht technisch bemessen lassen: Verlässlichkeit, bürgerliches Engagement und eine gewachsene Kameradschaft, die weit über den bloßen Dienstbetrieb hinausreicht.
Technik allein rettet keine Leben.
Am Sonntag, den 26. April, beging die Freiwillige Feuerwehr Heiligenrode ihr 125-jähriges Bestehen. Im vollbesetzten Gasthaus Meyerhof feierte die Wehr dieses stolze Jubiläum gemeinsam mit geladenen Gästen aus den benachbarten Wehren, ortsansässigen Vereinen und der Politik – ein Tag, der verdeutlichte, dass die Feuerwehr seit ihrer Gründung am 1. April 1901 das Fundament der Sicherheit im Ort bildet.
Der Festtag begann mit einem Akt des würdevollen Innehaltens. Bei der Kranzniederlegung am Feuerwehr-Ehrenmal hielten die Kameraden inne, um jener Männer zu gedenken, die vor über einem Jahrhundert den Grundstein für das heutige Ehrenamt legten. Zuvor hatte sich die Festgesellschaft bereits zum Gottesdienst in der St.-Marienkirche Heiligenrode versammelt. Unter den historischen Bögen der Klosterkirche wurde spürbar, wie tief die Wehr in der Tradition des Ortes verwurzelt ist, bevor die Feierlichkeiten im Meyerhof ihren Fortgang nahmen.
Würdige Worte zur Gemeinschaft
Dort eröffnete Ortsbrandmeister Sven Lüßen den offiziellen Teil der musikalisch untermalten Feierstunde. Seine Ansprache war ein leidenschaftliches Plädoyer für den freiwilligen Dienst. „Technik allein rettet keine Leben“, betonte Lüßen vor den Kameraden und Gästen. Er spannte den Bogen von der Vergangenheit in eine Gegenwart, in der die Anforderungen stetig wachsen. Von der Brandbekämpfung mit einfachen Mitteln bis hin zur hochmodernen technischen Hilfeleistung habe sich vieles gewandelt – doch das Herzstück der Wehr bleibe die Gemeinschaft.
Ein besonderer Dank des Ortsbrandmeisters galt den Familien, die den Einsatzkräften den Rücken freihalten und jene Geduld aufbringen, die notwendig ist, wenn der Funkmelder das Privatleben unterbricht. Auch der Hinweis auf die Jugendfeuerwehr durfte nicht fehlen, die als wichtiger Baustein für die Kontinuität des Brandschutzes im Ort fungiert. Kreisbrandmeister Michael Wessels unterstrich in seinem Grußwort, dass das Feuerwehrwesen zwar einem ständigen Wandel unterliege, der solidarische Gedanke aber zeitlos sei. Er bezeichnete die Wehr als „echte Bürgerinitiative“, die heute wichtiger denn je sei. Auch Bürgermeister Stephan Korte sparte nicht mit Anerkennung für das Engagement in der Gemeinde Stuhr.
Er erinnerte an den kürzlichen Brand in der Nachbarschaft: „Während andere zurückweichen, geht die Feuerwehr nach vorne. Mit Mut, Professionalität und mit Vertrauen ineinander, das man nicht lernen kann, das wachsen muss – und auch gewachsen ist: Das ist gelebte Verantwortung für uns Menschen in unserer Gemeinde, auf die Verlass ist. Dafür danke ich Ihnen sehr“, betonte Korte. Sein Wunsch nach einer stets unversehrten Rückkehr von allen Einsätzen unterstrich die Ernsthaftigkeit dieses Ehrenamts.
Gemeinschaft als starkes Fundament
Nach den offiziellen Wortbeiträgen folgte der kameradschaftliche Teil des Tages. Ein gemeinsames Festessen bot den Raum für das, was die Wehr im Inneren zusammenhält: den Austausch untereinander. Die Vertreter ortsansässiger Vereine gratulierten mit persönlichen Worten und Präsenten, was die tiefe Wertschätzung für die Arbeit der Brandschützer im Dorf unterstrich.
Zusammen mit seinen Stellvertretern Lars Meybohm und Daniel Albrecht blickte Sven Lüßen auf einen besonderen Tag zurück, der bewies: In Heiligenrode ist die Kameradschaft das Fundament, auf dem auch die nächsten 125 Jahre sicher stehen.
Quellenangabe
Text: Kreiszeitung Syke/Weyhe/Stuhr vom 28.04.2026, Seite 12 – Christiane Meyer
Bilder: Feuerwehr

Die Kameraden und Kameradinnen beginnen den Festakt mit dem Gang in die Klosterkirche St. Marien in Heiligenrode

Pastorin Dr. Tabea Rösler während ihrer emotionalen Rede zur Schöpfung von Feuerwehrleuten

(VLNR) Stellvertretender OBM Lars Meybohm und 2. Stv. OBM Daniel Albrecht mit dem Kranz zum Gedenken an verstorbene Mitglieder

OBM Sven Lüßen salutiert vor dem Ehrendenkmal

OBM Sven Lüßen nimmt Geschenk der ortsansässigen Vereine entgegen

Der Festsaal im Meyerhof war mit Mitgliedern der FF und Gästen voll gefüllt



